Frauenkirche

Südliches Kreuzviertel mit Frauenkirche

 

Der Ausschnitt wird im Süden durch die Neuhauser und Chufringer Gasse begrenzt. In der Mitte steht der sog. „Schöne Turm“, der durch sein markantes Steildach und die vier Erkertürmchen in der Stadtsilhouette besonders ausgezeichnet ist. Der Schöne Turm ersetzt das einstige Obere Tor, das auch „Chufringer Tor“, benannt nach einer Münchner Partizierfamilie (später zu „Kaufinger“ verballhornt), hieß. Das Obere Tor war einst Teil des ersten Mauerrings, wurde im Jahr 1479 abgebrochen und bereits 1481 in der abgebildeten Form wiederaufgebaut, obwohl der erste Mauerring zu dieser Zeit längst nicht mehr existierte. Der krumme Verlauf des Dechaneibächls zeigt noch den Graben des ersten Mauerrings an (heutige Augustinerstraße). Die Brücke über den Bach diente dem Augustinerkloster als „sanitäre Anlage“. Die Bebauung der Chufringergasse (Kaufingerstraße) zeichnet sich durch repräsentative Fassaden, teils mit turmartigen Erkern, aus. Giebel- und traufständige Häuser wechseln sich ab, auch Häuser mit Grabendach sind zu finden. Von der Chufringer Gasse zweigen die Frauengasse und die Stiftgasse nach Norden ab. Westlich des Schönen Turms, an der Neuhauser Straße, steht die gotische Augustinerkirche, nördlich davon die Gebäude des ehemaligen Augustinerklosters.

In Bildmitte befindet sich der sog. Frauenfreithof (heute Frauenplatz) mit der 1468-88 errichteten Frauenkirche, einer dreischiffigen Hallenkirche im gotischen Stil. Die Turmdächer, sog. Welsche Hauben, wurden erst 1524 errichtet. Das große Kirchendach wurde vom Modellbauer Sandtner noch etwas in die Höhe gestreckt. Um die Kirche sind die Gräber des Frauenfreithofs angedeutet. Bereits 80 Jahre vor Entstehung des Modells wurde ein neuer Friedhof für die Frauenpfarrei an der Salvatorkirche eröffnet. Unmittelbar vor der Westfassade der Frauenkirche steht der Dechanthof Zu Unserer Lieben Frau. Der heutige Vorplatz ist eine städtebauliche Intervention des 19. Jahrhunderts – die Westseite der Frauenkirche war folglich nie als Schaufassade ausgelegt. An der Südseite des Friedhofs steht, mit auffälligem Erkertürmchen, das Diessener Klosterhaus.

Der Modellausschnitt reicht östlich bis zum Schrannenplatz (seit 1854 Marienplatz). Von dort zweigt nach Norden die Weinstraße ab. Die westliche Bebauung des Schrannenplatzes, ehemals „Obere Kornschranne“ genannt, hat offene Laubengänge. Daneben haben sich noch zwei urtümliche Gebäude mit flachen Pfettendächern erhalten. Dem Verlauf der Weinstraße folgend, gelangt man, vorbei an stattlichen Bürgerhäusern, zum Wilprechtsturm mit dem ehemaligen „Hinteren Schwabinger Tor“ der ersten Stadtbefestigung. Am nordwestlichen Ende des Ausschnitts sind zwei langgestreckte Gebäude mit Satteldach zu sehen. Bei diesen handelt es sich um die Salzstadel, deren Abriss den späteren Promenadeplatz freigab.

 

 

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