Michaelskirche

Jesuitenkolleg mit Michaelskirche

Der Modellausschnitt zeigt die große Anlage des Jesuitenkollegs mit der Michaelskirche. Am östlichen Bildrand liegt das Kloster der Augustiner mit seiner gotischen Basilika, am westlichen Rand befindet sich die bürgerliche Bebauung zwischen der Neuhauser Gasse im Süden und der heutigen Maxburgstraße im Norden. Der gekrümmte Verlauf des westlichen Randes deutet auf die nahe Stadtmauer hin. Das Jesuitenkolleg und die Michaelskirche wurden erst 1597, also nach Fertigstellung des Stadtmodells, vollendet. Sie stellen daher eine spätere Ergänzung dar. Im Vergleich mit der westlich anschließenden Bebauung stellt das Kolleg einen Maßstabssprung in der noch kleinteiligen, überwiegend mittelalterlichen Stadt dar. Ein derartig großer, geschlossener Baukomplex mit regelmäßiger Fassade steht auch für die Weiterentwicklung der feudalen Architektur, die sich nun vollends im Stadtraum repräsentierte. Aus diesem Grund wurde auch die Kirche, entgegen der kanonischen Bauregeln, nach Norden ausgerichtet. Eine Parallele findet sich mit der (ebenfalls nachträglich in das Modell eingesetzten) Residenz im Norden. Die großen Höfe des Jesuitenkollegs waren nötig, um trotz der hohen Randbebauung ausreichend Licht nach innen zu bringen und um das neue Quartier innerhalb der bestehenden Straßenverläufe städtebaulich abzurunden. Der Turm an der Nordostseite ist eine idealtypische Ergänzung im Modell, da er in Wirklichkeit nie vollendet wurde.

Den größtmöglichen Kontrast stellt das östlich anschließende Bettelordenskloster der Augustiner-Eremiten dar. Die um mehrere Innenhöfe gruppierte, unregelmäßige kleinteilige Bebauung repräsentiert, zusammen mit der gotischen Kirche, die mittelalterliche Baukunst.