Schrannenplatz

Schrannenplatz mit Peterskirche, Altem Rathaus und Heilig Geist Kirche

In der Mitte des Modellausschnitts sieht man den „Schrannenplatz“ (seit 1854 Marienplatz), der seinen Namen von der alten Bezeichnung „Schranne“ für die Verkaufsstände hatte. Der etwas schmalere Bereich vor dem Altem Rathaus wurde einst „Kräutlmarkt“ genannt. Die Häuser der nordöstlichen und südöstlichen Randbebauung des Schrannenplatzes und des Kräutlmarktes hatten einst Lauben. Auf der Nordseite des Schrannenplatzes fällt ein besonders stattliches, traufständiges Gebäude mit Erkern und Ecktürmchen auf. Hierbei handelt es sich um das „Landschaftshaus“, in dem einst die Landstände tagten. Am Eck zur Dienersgasse (heute Dienerstraße) befand sich die Stadttrinkstube, erkennbar an dem Erkerturm mit Zwiebelhaube. Die nordseitigen Lauben wurden aufgrund des Lichteinfalls einst als „lichte Bögen“, jene auf der Südseite als „finstere Bögen“ bezeichnet. Die Bebauung auf der Nordseite des Schrannenplatzes, zwischen Weinstraße und Dienersgasse und der Kloibergasse (später Landschaftsstraße), wurde für den Bau des Neuen Rathauses ab den 1860er Jahren abgetragen.

Folgt man dem Schrannenplatz und Kräutlmarkt nach Osten, so gelangt man zum Alten Rathaus, dessen Turm einst ein Stadttor des ersten Mauerrings befestigte und der ab dem späten Mittelalter kontinuierlich erneuert und späteren Baustilen angepasst wurde. Der heutige Turm ist eine Rekonstruktion, nachdem das Original im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. An ihn schließt das Tanzhaus an, welches im Obergeschoß, erkennbar an dem großen Satteldach und den Rundbogenfenstern, einen Versammlungs- und Tanzsaal beherbergt. Die heutigen Durchfahrten existierten zu jener Zeit noch nicht. Das Modell des Rathauses wurde möglicherweise immer wieder den stilistischen Veränderungen angepasst. Südlich des Schrannenplatzes fällt die topographisch bedingte Unregelmäßigkeit der Bebauung am Petersbergl auf. Inmitten thront Münchens älteste Pfarrkirche St. Peter, noch mit dem gotischen Chor und dem doppelten Spitzhelm und von den Gräbern des einstigen Friedhofs umgeben. Über dem nördlichen Seitenschiff sieht man einige der Strebepfeiler der gotischen Basilika (einige sind abgebrochen), denen allerdings das Pendant auf der Südseite fehlt.

Südlich des Rathausturms steht das „Kleine Rathaus“, in welchem die Stadtverwaltung arbeitete. Östlich des Rathauses fließt der Pfisterbach, der am Fuße des Petersbergls mit den Fleischbänken überbaut wurde, sodass die Abfälle direkt darin entsorgt werden konnten. Am südwestlichen Rand des Ausschnitts befindet sich die Spitalkirche Heilig Geist, eine dreischiffige Staffelhalle. Westlich daran ist direkt das Gebäude des Spitals (hier nur der sog. „Weiberbau“ zu sehen) angebaut. Nach dessen Abriss wurde die Kirche um drei Joche nach Westen verlängert (siehe auch Modellausschnitt Tal und südliches Graggenauer Viertel).