Tal und südliches Graggenauer Viertel

Der Modellausschnitt deckt den Bereich der ersten Stadterweiterung bis zum sog. „Gries“ um 1318 und die Erweiterung bis zum Isartor 1337 ab. Die Topographie bedingte die mehr lange als breite Form des Neubauviertels. Die zahlreichen Wasserläufe in diesem Bereich konnten zum Befüllen des Grabens vor der Stadtmauer genutzt werden. Das Isartor im Osten gibt einen guten Eindruck von der Stärke der Stadtbefestigung wieder. Die achteckigen Flankentürme schützten das vordere Tor, während vom großen Turm aus die in den Torzwinger eindringenden Feinde ins Visier genommen werden konnten. Nördlich des Tores steht mit dem „Lueginsland“ ein weiterer Wachturm, von welchem aus das flache Vorfeld zur Isar hin überwacht werden konnte. Folgt man dem Mauerverlauf nach Nordwesten, so weitet sich der Zwinger auf, um eine Mühle mit einem vorgelagerten Stauwehr (runder Turm) aufzunehmen. Der Mühlbach wird zwischen den Mauern bis zum Kosttor weitergeführt. Dieses war nicht so stark befestigt wie das Isartor, nur ein Flankenturm schützte vorderes Tor und Brücke. Allerdings konnte sein Vorfeld durch die benachbarte Neuveste (nicht im Bild) mitverteidigt werden. Folgt man der Straße durch das Kosttor nach Süden so gelangt man zu einem kleinen Platz, der, namensgebend für das Viertel, „Graggenau“ hieß (das heutige „Platzl“). Westlich des Kosttores steht der Falkenturm, einst Wachturm und Stadtgefängnis. Die niedrigen Türme davor schützen ein Wassertor für den Pfisterbach. Vor dem Falkenturm befindet sich eine „Insel“ im Stadtgraben, auf welcher sich der albertinische Hofgarten befand. Südwestlich des Falkenturms fällt der regelmäßige Bau des Marstall- und Kunstkammergebäudes mit seinem Arkadenhof auf.