Westliches Hackenviertel

Der Ausschnitt zeigt das westliche Hackenviertel zwischen der „Allerheiligenkirche am Kreuz“ im Süden, dem Altheimer Eck im Nordosten und dem Herzogspital im Nordwesten. Das langgestreckte Gebäude anstelle des Herzogspitals ist möglicherweise eine jüngere Ergänzung des Modells, die allerdings noch nicht den Zustand des 17. Jahrhunderts abbildet. Die Grundstücke nahe der Stadtmauer sind nur locker bebaut. Sandtner stellt mithilfe von Bäumen und grüner Bodenfarbe die ausgedehnten Gärten dar, die hier, innerhalb der Mauern, eine bescheidene Subsistenzwirtschaft ermöglichten. Innerhalb der Gärten sind auch landwirtschaftliche Einrichtungen dargestellt. Im südlichen Bereich des Ausschnitts befindet sich die Allerheiligenkirche am Kreuz, die 1480-85 als Kirche für den neuen Friedhof der Peterspfarrei errichtet wurde. Nördlich des Friedhofs steht das „Stadtbruderhaus“, eine Einrichtung zur Versorgung älterer Bürger, mit eigener Kapelle im Vorhof. Dem Verlauf der Schmalzgasse (heute Kreuzstraße) nach Norden folgend, die Kreuzung mit der Brunngasse (westlicher Teil heute Josephspitalstraße) überquerend, trifft man auf eine kleine Kapelle. Es handelt sich dabei um das St. Anna-Kirchlein mit dem nördlich anschließenden Stadthof des Klosters Indersdorf. Östlich davon befindet sich ein rätselhaftes, kirchenartiges Bauwerk mit trutzigem, oktogonalen Turm. Dieses schließt direkt an die straßenseitige Bebauung am Altheimer Eck an und wurde wohl nachträglich in das Modell eingefügt. Obwohl es in den alten Darstellungen Münchens übereinstimmend auftaucht, kann dessen Geschichte nicht ergründet werden. Zusammen mit dem St. Anna-Kirchlein und dem Klosterhof musste es der barocken Bebauung des Damenstifts zur Heiligen Anna weichen. Auch die geknickte Straßenführung des sog. Altheimer Ecks am nordöstlichen Rand des Modellausschnitts (korrespondierend südlich in der Brunngasse) gibt Rätsel auf. Die ältere Literatur bemerkt wiederholt, dass sich hier noch die Grundstrukturen eines Dorfes („Altheim“) erhalten hätten, welches mit der spätmittelalterlichen Erweiterung Münchens in der Stadt aufgegangen ist. Karl Trautmann sieht in dem kirchenartigen Bau gar die ehemalige Dorfkirche Altheims.

Am westlichen Rand des dargestellten Ausschnitts befindet sich die Stadtbefestigung, bestehend aus der inneren Hauptmauer, dem Zwinger und der zum Wassergraben orientierten Zwingermauer.